017_CAUSALITE
Ursache Und Wirkung
Comprendre l'Existence
Die Kausalität ist eine der tiefgründigsten Lehren des Buddha.
Begriffe
Sanskrit : Pratītyasamutpāda (प्रतीत्यसमुत्पाद)
Pāli : Paṭiccasamuppāda
Etymologie
Der Sanskrit-Begriff Pratītyasamutpāda bedeutet:
— abhängen von;
— in Bezug erscheinen;
— aus Bedingungen entstehen.
Es wird oft übersetzt als:
Abhängiges Entstehen
oder
Bedingte Entstehung.
Der entsprechende Pāli-Begriff ist:
Paṭiccasamuppāda.
Übersetzungen in den Hauptsprachen des Buddhismus
Sanskrit : Pratītyasamutpāda
Pāli : Paṭiccasamuppāda
Chinesisch : 緣起 (Yuánqǐ)
Tibetisch : རྟེན་འབྲེལ་ (Tendrel)
Japanisch : 縁起 (Engi)
Koreanisch : 연기 (Yeongi)
Vietnamesisch : Duyên khởi
Thailändisch : ปฏิจจสมุปบาท (Paticcasamuppat)
Englisch : Dependent Origination
Französisch : Origination Dépendante • Causalité Conditionnée
Definition
Die Kausalität ist eine der tiefgründigsten Lehren des Buddha.
Nichts existiert allein.
Nichts erscheint ohne Ursache.
Nichts bleibt unabhängig.
Jedes Phänomen entsteht dank Ursachen und Bedingungen.
Wenn diese Ursachen verschwinden, verändert sich das Phänomen oder verschwindet ebenfalls.
Die Grundformel
Der Buddha fasst diese Lehre in einem berühmten Satz zusammen:
„Wenn dies ist, dann wird das.Wenn dies erscheint, erscheint das.Wenn dies aufhört, hört das auf.“
Diese Formel drückt die universelle Interdependenz aller Phänomene aus.
Eine Weltsicht
Die buddhistische Kausalität beschreibt kein Universum, das vom Zufall beherrscht wird.
Sie zeigt, dass:
— unsere Gedanken unsere Handlungen beeinflussen;
— unsere Handlungen unser Leben beeinflussen;
— unsere Entscheidungen andere beeinflussen;
— jedes Ereignis von vielfältigen Bedingungen abhängt.
Wir sind ständig mit der Welt um uns herum verbunden.
Das Beispiel der Blume
Eine Blume existiert nicht allein.
Sie hängt ab von:
— der Erde;
— dem Wasser;
— der Sonne;
— der Luft;
— der Zeit;
— Tausenden von unsichtbaren Bedingungen.
Die Blume enthält bereits die ganze Welt.
Laut Buddhismus gilt dasselbe für jedes Lebewesen.
Die Verbindung zum Karma
Das Karma repräsentiert die Handlungen.
Die Kausalität erklärt, wie die Folgen dieser Handlungen entstehen.
Das Karma ist daher ein besonderer Ausdruck des größeren Gesetzes der Kausalität.
Siehe auch :
009_KARMA
Die Verbindung zur Erleuchtung
Der Buddha entdeckt, dass das Leid selbst Ursachen hat.
Da diese Ursachen existieren, können sie transformiert werden.
Die Kausalität ermöglicht:
— die Transformation;
— die Heilung;
— die Erleuchtung;
— die Befreiung.
Ohne Kausalität wäre keine Veränderung möglich.
Verständnis nach Traditionen
THERAVĀDA
Das bedingte Entstehen erklärt den Kreislauf der Wiedergeburten und die Entstehung des Leidens.
MAHĀYĀNA
Die Interdependenz wird zur Grundlage des Verständnisses der Leerheit.
VAJRAYĀNA
Die Interdependenz offenbart die tiefe Einheit aller Phänomene.
Assoziierte Bilder und Symbole
DER SAMEN
Ursache und Wirkung.
DER BAUM
Progressive Entwicklung der Bedingungen.
DAS NETZ
Vernetzung des Lebens.
DIE BLUME
Sichtbare Manifestation unzähliger unsichtbarer Ursachen.
Verwandte Konzepte
006_DUKKHA
007_ANICCA
008_ANATTA
009_KARMA
010_SAMSARA
016FÜNFAGGREGATE
018RADDESLEBENS
051_LEERHEIT
Zitat
„Wer das Abhängige Entstehen sieht, sieht den Dharma.Wer den Dharma sieht, sieht den Buddha.“
— Majjhima Nikāya
Buddhachannel — Eine einfache Übung
Wählen Sie heute ein Ereignis aus Ihrem Leben.
Eine Begegnung.
Ein Erfolg.
Eine Schwierigkeit.
Dann fragen Sie sich:
„Welche Ursachen und Bedingungen haben das ermöglicht?“
Bei aufmerksamer Beobachtung werden Sie oft ein viel größeres Beziehungsgeflecht entdecken, als Sie sich vorgestellt haben.
Kausalität zu verstehen bedeutet, die unsichtbaren Verbindungen zu sehen, die alle Dinge vereinen.
Schlagwörter
Kausalität • Abhängiges Entstehen • Pratītyasamutpāda • Paṭiccasamuppāda • Interdependenz • Karma • Bedingungen • Dharma • Erleuchtung • Buddhismus
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