Lotus, Blume des Dharma
Eines Tages war Buddha Shâkyamuni mit seinen Jüngern auf dem Geierberg. Schweigend pflückte er eine Blume, eine einfache Blume, später wird man sagen, eine Udumbara-Blume. Er drehte diese Blume zwischen seinen Fingern als Lehre. Nur Mahâkâshyapa, der zukünftige erste Patriarch, lächelte. Er hatte empfangen und wahrgenommen. So soll Buddha die eigentliche Essenz seines wertvollen spirituellen Schatzes übermittelt haben.
Buddhismus und Lotus
Im Buddhismus ist die Lotusblume symbolisch mit Buddha verbunden. Der Lotus befindet sich unter den Füßen von Buddha-Statuen sowie in den Gemälden des Erleuchteten. Tatsächlich blüht der Lotus über dem Wasser. Andere Wasserpflanzen schwimmen auf dem Wasser. Der Lotus zwischen Himmel und Erde zeigt die Fähigkeit des Buddha, sich in einem außergewöhnlichen Zustand zu befinden.
Ein weiteres Merkmal des Lotus: Seine Blüte und sein Samen existieren nebeneinander, Symbol für die Gleichzeitigkeit von Ursache (der Samen) und Wirkung (die Blüte) im Gesetz der Kausalität des Universums, das eines der Hauptkonzepte der buddhistischen Philosophie ist. Der Lotus zieht seine Lebenskraft aus dem Schlamm, um sich tatsächlich über dem Wasser zu entfalten.
So repräsentiert "der Schlamm" die Leiden, die Störungen, die Wünsche, die der eigentliche Nährboden unserer Entfaltung sind. Der Lotus erinnert daran, dass jeder sein Leben durch Befolgung des Kausalitätsgesetzes umwandeln kann.